Otto Hahn

Ein kurzer Lebenslauf des Namensgebers unserer Schule

Geboren am 8.März 1879 in Frankfurt am Main als dritter Sohn des Glasermeisters Heinrich Hahn, gestorben am 28.Juli 1968 in Göttingen.

Meilensteine:
  • Abitur 1897 an der Klinger Oberrealschule in Frankfurt
  • 1897 - 1901 Studium an der Universität Marburg
  • erste Entdeckung von Radiothorium
  • 1938 Entdeckung der Kernspaltung
  • 1944 Nobelpreis für Chemie
  • 1955 Kundgebung gegen den Missbrauch von Kernenergie

Die Entdeckung der Kernspaltung durch Otto Hahn (mit Lise Meitner und Fritz Strassmann) ist eine entscheidende Grundlage unseres Zeitalters: des Atomzeitalters. Die Kettenreaktion der Uran-Kernspaltung besitzt wie viele Entdeckungen/Erfindungen zwei Seiten: friedliche Nutzung in Kernkraftwerken und Einsatz als Atombombe mit verheerenden Folgen. Eine weitere Anwendung seiner Entdeckung, die Hahn vorantrieb, ist die Alterbestimmung geologischer und archäologischer Funde (Rubidium-Strontium-Methode).

Und nun zum Namensgeber unserer Schule: Otto Hahn wurde in Frankfurt am Main geboren. Sein Vater war Glasermeister, was der Familie Wohlstand und Ansehen bescherte. Otto Hahn machte 1897 an der Klinger-Oberrealschule sein Abitur (vielleicht ist es interessant, in welchen Fächern er besonders glänzte: er hatte Einsen in Turnen, Singen und Religion)


Ab 1897 studierte er an der Universität Marburg Chemie, Mineralogie, Mathematik und Physik und promovierte 1899 in Chemie. Nach einjährigem Militärdienst kehrte er nach Marburg zurück und begann als Vorlesungsassistent zu arbeiten. Theodor Zinke vermittelte ihn 1904 nach England zu William Ramsey (Chemie-Nobelpreis 1904 für die Entdeckung der Edelgase), für den Hahn die Radioaktivität erforschte. Bei einem Studienaufenthalt in Montreal lernt er Ernest Rutherford kennen, den damals bedeutendsten Kernforscher. 1907 habilitierte er für Chemie in Berlin. Zu dieser Zeit lernte er auch Lise Meitner kennen, mit der er viele Jahre lang zusammen arbeitete, bis sie vor den Nazis nach England flüchtete. Die erste Abbildung zeigt ihn mit Lise Meitner in einem Laboratorium in Berlin. 1938 entdeckten Otto Hahn und Fritz Strassmann die Kernspaltung. In Abbildung 2 ist er zusammen mit Strassmann vor einer Nachbildung seines Arbeitstisch mit Versuchsaufbau im Deutschen Museum (München) zu sehen.

Im August 1945, am Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa, war Hahn mit vielen seiner Kollegen aus der Kernforschung in der Nähe von Cambridge interniert, als am 6. und 9. des Monats die ersten Atombomben der Menschheit zuerst auf Hiroshima und dann Nagasaki fielen. Obwohl nie an der Entwicklung von Atomwaffen beteiligt, so war er dennoch fassungslos und verzweifelt, denn schließlich hatte erst seine Entdeckung der Kernspaltung dies ermöglicht. Später im Jahr 1945 erfuhr Hahn, dass er 1944 für die Entdeckung der Kernspaltung den Chemie-Nobelpreis erhalten hatte, den er aber erst nach seiner Entlassung 1946 entgegennehmen konnte.

Mit 16 anderen Nobelpreisträgern startete er 1955 einen Aufruf gegen den Missbrauch von Atomwaffen, der als "Mainauer Erklärung" berühmt ist. Nach seiner Berufung zum Präsidenten der Deutschen Atomkommission lehnt er die atomare Aufrüstung Deutschlands ab. Immer wieder wies er auf die Gefahr von Kernwaffen hin, bis es Anfang Juli 1968 zum Kernwaf-fensperrvertrag zwischen den beiden Großmächten USA und UdSSR kam. Am 28. Juli 1968 starb Otto Hahn.

Zusammengestellt von Dr. E. Schmidt
Ausführliche Biographie mit Photographien bei www.ohg-marktredwitz.de/hahn