Ronaldinho und Steffi Jones sind unsere großen Vorbilder

Frankfurter Neue Presse berichtet vom 12.05.2006

Nieder-Eschbach. "So etwas hat die Otto-Hahn-Schule noch nicht erlebt", verkündet Dennis Augustyniak (15) stolz. Zusammen mit 30 anderen Schülern feierte er den Sieg im Pit Global Nations Cup im Jugendhaus am Bügel.

Mit dem "Fair-Play"-Gedanken, sich zu messen und Spaß zu haben, traten die Schüler der 7. und 8. Klassen gegen insgesamt 40 Teams aus Frankfurt und dem Kreis Offenbach zum Hallenfußballturnier an. Im Sport- und Freizeitzentrum Kalbach trafen jeweils vier Mädchen und vier Jungen an (plus Torwart), um sich sportlich zu messen. Jedem Team wurde im Weltmeisterschaftsjahr ein Land zugeordnet. Die Otto-Hahn-Schüler vertraten die Farben Englands.

Bevor allerdings dem runden Leder nachgejagt werden konnte, stand die Vermeidung von Gewaltsituationen im Vordergrund. Bei Pit (Prävention im Team) arbeiten Schule, Polizei und Jugendhilfe eng zusammen. Seit dem Schuljahr 2004/2005 wird an zwölf Schulen im Frankfurt und dem Kreis Offenbach die Tauglichkeit des Gewaltpräventionsprogramms erprobt.

Dennis Augustyniak (15), polnischer Herkunft, und sein türkischer Mitstreiter Baris Dönmez (15) kämpften für Kroatien. Rafé Seyed verteidigte dazu den Strafraum. Die Begeisterung und der Wille zum Sieg führte sie im Endspiel zum 2:1-Sieg. Die Fußballbegeisterten sind auch im Vereinsleben aktiv und spielen für den SV Bonames. Ihr großes Vorbild ist der Brasilianer Ronaldino. Der Wunsch ist klar: Profi-Kicker werden.

Bei den Mädchen ist das Selbstbewusstsein nicht minder: "Ich kann einfach gut spielen", behauptet nicht ohne Grund die Stürmerin Jennifer Lochschmidt (14), die zwei Treffer zum Turniersieg beisteuerte. Das Tor hütete Teyfik Özadir (16). Naoual Akhaouaji (15) spielte in der Abwehr der Mädchengruppe. Vorbild der jungen Fußballerinnen ist Weltmeisterin Steffi Jones, die auch im Ben-Gurion-Ring aufwuchs, also einst ein Mädchen vom "Bügel" war, wie sie selbst.

"Fußball verbindet alle Schichten und Nationen", weiß Sozialpädagogin Christine Keller (25) vom Jugendhaus zu berichten. "Fußball ist ihr Leben, lasst sie noch eine Weile kicken", vertröstet die Jugendhausleiterin Pia Straßburger den verzögerten Beginn der Jubelfeier. Doch dann geht es los: "Ich bin froh, so kurzfristig alle Beteiligten zur Feier zusammengetrommelt zu haben", sagt die Pädagogin. Eine Belohnung haben die Schüler schließlich durch ihren vortrefflichen Einsatz verdient. "Ihr habt gezeigt, wenn ihr richtig wollt, wozu ihr fähig seid", lobt sie die Jugendlichen.

Auch während der Fußball-WM wird König Fußball im Jugendhaus herrschen. Dann gibt es die Spiele live auf der Großbildleinwand zu sehen - unter dem Motto "Gemeinsam fiebern und gemeinsam feiern". (glo)