In der Aula schlemmten Gaukler, Ritter und BurgfräuleinProjekt von Claudia Wolff und der G7a |
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Otto-Hahn-Schule... "Meine Schüler hatten schon Angst, dass es hitzefrei gibt", sagte Claudia Wolff, Lehrerin an der Otto-Hahn-Schule in Nieder-Eschbach, verschmitzt. Die 28 Siebtklässler hatten Glück: Es war doch nicht ganz so heiß. "Denn sie hatten sich schon seit Wochen auf den Projekttag vorbereitet und sich riesig darauf gefreut." Leben im Mittelalter war das Thema. |
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Wie finster war diese Zeit, oder wie golden? In Kinofilmen oder Abenteuerroman wird sie meist verklärt, oft auch verkitscht. Dass früher ganz bestimmt nicht alles wunderbar war, haben die 12- bis 14-Jährigen mit ihrer Geschichtslehrerin aus historischen Quellen erarbeitet. Eigentlich hatte Claudia Wolff ursprünglich einen Ausflug auf die Ronneburg geplant, das scheiterte jedoch an den Kosten. So verwandelte sich die Schulaula in einen mittelalterlichen Festsaal mit langer Speisetafel. |
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Die engagierte junge Lehrerin, die erst vor kurzem ihr Referendariat abgeschlossen hat und Geschichte und Deutsch unterrichtet, hatte den Kostümfundus der schulischen Theater-AG geplündert. Fürst, Bischof, Edelmann und Mönch, aber auch Magd, Bettler und Gaukler gehören zu einem mittelalterlichen Festmahl. Das verlief aber ganz anders als bei Ritterspielen: Eine strenge Etikette bestimmte, wer wann essen und sprechen durfte, schließlich kommt unser Wort "höflich" aus dieser Zeit. Fürst und Fürstin saßen - für uns heute eher unhöflich - mit dem Rücken zum Hofstaat, aßen als einzige von Silberteller. Die übrigen mussten sich mit Holzgeschirr begnügen. Mittelalterliche Festmähler waren nur für die Mächtigen üppig - das stellte auch der Gaukler fest. "Frau Wolff, ich habe noch Hunger!", klagte er nach dem Essen, tatsächlich "Geschichte für die Sinne". |
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Fleisch und Gemüse gab es nur für Fürsten und ihren Hofstaat, die kleinen Leute mussten mit Griesbrei vorlieb nehmen, Bettler und Bedienstete die Krumen essen, die vom Tisch der Reichen für sie abfielen. Selbstverständlich hatten die Schüler das Festmahl selbst in der Schulküche zubereitet, dazu noch Balladen und mittelalterliche Tänze eingeübt, um sie nachmittags ihren Eltern vorzuführen. |
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Kartoffelsalat ist bei einem mittelalterlichen Festmahl übrigens tabu: Zwar hätten den die Schüler nur allzu gerne serviert - aber weder König Artus noch Kaiser Karl und seine Hofdamen haben jemals in ihrem Leben Kartoffeln gegessen. Erst nach der Entdeckung Amerikas kam die nahrhafte Knolle nach Europa und bereicherte hier unseren Speisezettel. Das ist sicher schon mal eine Erkenntnis, das die Siebtklässler aus ihrem Schulprojekt mitnehmen. |
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"Ich bin ziemlich überrascht, wie gut die Tänze ausschauen", kommentiert Joachim Astemer, der pädagogische Leiter der Schule, die Tanzvorführung. "Die jungen Kollegen bringen einfach frischen Wind in die Schule." Trotzdem ist auch Claudia Wolffs Vertrag nur bis zu den Sommerferien befristet, eine Verlängerung trotz Lehrermangels noch ungewiss. |
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Am Montag müssen die Schüler übrigens beweisen, dass sie etwas gelernt haben: Dann schreibt Claudia Wolff mit ihrer Klasse eine Geschichtsarbeit zum Thema. Sie ist aber ziemlich sicher, dass die gut klappt. "Die Kinder waren hoch motiviert und haben sich sehr reingekniet. An solche Projekttage erinnern sie sich dann noch nach Jahren." |
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| Autor: Frankfurter Neue Presse html-Umsetzung: Björn Prawetz Datum: 01.07.03 | |