Otto-Hahn-Schüler beten für die Mitschüler in AmerikaGedenkwand am Schultor |
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Text neben Bild 2
Unter den großen Lettern am Schulgebäude |
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Und alle stehen immer wieder vor der großen grünen Wand der OHS, an der anfangs eine Klasse des 5. Schuljahres spontan einige Bilder der furchtbaren Ereignisse des 11. September aufgehängt hatte, um ihren Gedanken, ihren Sorgen und ihren Wünschen und Gebeten Ausdruck zu verschaffen. Viele von ihnen haben Verwandte in New York; von einem Jungen ist der Vater dort. "Jetzt sind wir nicht mehr Christen und Juden und Muslime", steht auf einem der unzähligen Zettel, die mittlerweile dazugeheftet wurde, "jetzt sind wir nur noch Brüder und Schwestern. Gott/Allah sei mit uns." Fast jeder Schüler hat bereits einen Gruß an die grüne Wand geheftet oder eine Kerze aufgestellt oder Blumen mitgebracht. Und mancher schreibt nur seinen Namen auf das riesige Plakat mit den gedenkenden Worten an die amerikanischen Mitschüler und Opfer, zum Zeichen dafür, daß auch er an die Betroffenen denkt. Auch wenn er keine passenden Worte findet. |
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Zehntklässler haben Aufsätze dazugehängt, in denen man liest, daß man sich die Zukunft so schön vorgestellt hat. "Ich wollte ein Jahr nach Amerika gehen, bevor ich meine Berufsausbildung hier beginne. Und heiraten und Kinder wollte ich bestimmt auch und eine richtige Familie. Ist jetzt über Nacht alles ausgeträumt? Steuern wir auf einen neuen Weltkrieg zu?" Die afghanischen Schüler stehen dabei und schreiben, daß sie sich schämen für die Terroristen, die sich wie sie Moslems nennen und in Wirklichkeit nur Mörder sind. "Gib, daß jetzt nicht Kabul und unser Land bombardiert wird. Wir wollen auch in Frieden leben. |
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Im Kunstunterricht der Förderstufe ist gerade der Herbst das Thema. Warme Farben, Landschaften in goldener Sonne. Doch auf den Bildern, die auch an der Gedenkwand der OHS ausgestellt sind, kann der aufmerksame Betrachter, wenn auch erst auf den zweiten Blick, erkennen, was sich am Horizont wiederspiegelt oder auf den welkenden Blättern abzeichnet: Die düsteren Ereignisse des 11. September und die Angst der Menschen, die nicht wissen, was jetzt kommt. Im Religionsunterricht haben die Schüler der 9. Klasse ein Dankgebet, das sie von zu Hause mitbrachten, umformuliert in eine Klage: "Gott, wie können wir jetzt noch gemütlich uns abends ins Bett legen, wie können wir jetzt noch lustig springen und spielen und lachen?" Immer mehr Wünsche und Gebete kommen dazu, jeden Tag. Die Schüler schämen sich nicht mehr, ihre Sorgen und Ängste und Wünsche an die öffenliche Gedenkwand der OHS zu hängen. Auch das hat sich geändert seit dem 11. September. Man rückt zusammen und spricht miteinander, auch mit denen, für die Amerika ein Schimpfwort ist: Daß jetzt den unschuldigen muslimischen Leuten bitte kein Unheil drohe, daß die Mächtigen der Welt jetzt nicht den Kopf verlieren und hemmungslos losschlagen dürfen ... Die Zahl der Wünsche an der Wand der OHS wächst täglich, wie die Zahl der Lichter, der Blumen und der Menschen, die miteinander ins Gespräch kommen. Das ist vielleicht das Gute in diesen bösen Tagen . Das ermutigt auch die Schülerinnen und Schüler an der Otto-Hahn-Schule. Reinhard KildauAutor: Reinhard Kildau html-Umsetzung: Andreas Tripp Datum: 15.11.2001 |
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