04.05.2010 Otto-Hahn-Schüler zu Gast bei der Europäischen Zentralbank in FrankfurtEin Projekttag des Fachbereichs II im Rahmen der bundesweiten EuropawocheBericht von Yasmin BergemannAlljährlich wird in der ersten Maiwoche an der Otto-Hahn-Schule das Unterrichtsthema "Europa", das für den zwölften Jahrgang auf dem Lehrplan im Fach "Politik und Wirtschaft" steht, durch einen Projekttag ergänzt.
An diesem standen in den vergangenen Jahren häufig Besuche von Abgeordneten des Europäischen Parlaments in Strasbourg an der Otto-Hahn-Schule auf dem Programm. So referierten Daniel Cohn-Bendit (Die Grünen), Dr. Udo Bullmann (SPD) oder Dr. Klinz (FDP) zu verschiedenen Themen ihres politischen Wirkens in Strasbourg. Oft schon konnten im Anschluss Kontakte geknüpft werden, die dann u.a. zum Besuch des Europäischen Parlaments oder dem Europarat in Strasbourg führten. Dieses Jahr stand ein Kurztrip zum Willy-Brandt-Platz zur obersten europäischen Währungsinstitution auf dem Programm: Ein Besuch der Europäischen Zentralbank (EZB). Beim Check-in durch die Sicherheitsschleuse schwante den Schülerinnen und Schülern und ihren PW-Lehrern schnell, dass dies kein ganz alltäglicher Gang in ein Bankhaus werden sollte. Wer in der letzten Zeit ein Flugzeug bestiegen hat, kennt die Sicherheitsmaßnahmen, die auch vor dem Einlass in die EZB durchgeführt wurden: Taschen- und Körperkontrolle inklusive Gürtel ablegen (Nein, kein Nacktscanner, sorry); Haarnadeln, Flüssigkeiten, Spraydosen und ähnliches wurden genauestens unter die Lupe genommen. ![]() Im zweiten Stock des Eurotowers im Konferenzraum VII angekommen, erwartete die Gäste Kaffee, kalte Getränke und andere Snacks … der interessante Teil des Tages konnte nun beginnen. Dieser bestand vor allem in einem Vortrag von Madame Lafitte, Mitarbeiterin der EZB, in dessen Rahmen auch gerne und ausführlich auf die Fragen der Schüler eingegangen wurde: Wie verlief der Weg zur Wirtschafts- und Währungsunion? Welche Struktur hat die EZB und welche Aufgaben obliegen ihr? Welche geldpolitische Strategie verfolgt sie und welches sind ihre Instrumente? Was tut sie dafür, das oberste und wichtigste Ziel - die Preisstabilität - zu gewährleisten (die Konvergenzkriterien, die neben der Preisstabilität auch eine solide öffentliche Ausgabenpolitik, einen stabilen Wechselkurs sowie niedrige und stabile langfristige Zinssätze beinhalten, wurden im Maastricht-Vertrag festgeschrieben und sind auch Grundlage für die Einführung des Euro in neue Länder)? Ist der Euro wirklich der "Teuro"? Und wie bekommt man die Krise in Griechenland (hoffentlich) in den Griff (für die Haushaltsdisziplin der einzelnen Länder ist allerdings die Europäische Kommission zuständig, nicht die EZB)? All dies und vieles mehr wurde lebendig und anschaulich mit Hilfe einer Power-Point-Präsentation dargelegt. In der Schule wurde der Besuch der EZB mit einem themenbegleitenden Programm abgerundet, hierbei wurden beispielsweise Collagen gestaltet, spezielle Fragestellungen im Internet recherchiert, ein Europaquiz gespielt und vieles mehr. Das Fazit der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich des Besuches in der EZB waren durchweg positiv, nur eine Sache wurde bemängelt: Einen Blick von ganz oben aus dem 36. Stockwerk des Eurotowers hätte man doch gerne noch über die heimatliche Bankenmetropole schweifen lassen. |