Hier gibts Berufe zum AnfassenErfolgreiche Reihe der schulbibliothekarischen ArbeitsstelleFNP berichtet"Berufe zum Anfassen" gibt es auch heute noch in der Bibliothek der Otto-Hahn-Schule. Gestern zum Beispiel erzählte Spitzenkoch Mathias Häderle von seiner Arbeit und ließ sich in die Töpfe gucken. Nieder-Eschbach. "Das hier ist ein normaler Kochtopf. Ein mittlerer, um genau zu sein, er umfasst 23 Liter", Mathias Häderle zeigt den Kindern seine Ausrüstung. Diese sind überrascht: Soll es etwa noch größere Töpfe geben als dieses Riesen-Monstrum? "Ja, wir haben noch viel größere", berichtet Häderle lachend. Er ist extra im Koch-Dress erschienen: weiße Jacke mit roten Nähten, rote Schürze, Halstuch und Schirm-Mütze. "Haben Sie denn auch Woks?", fragt ein Kind aus dem Kreis der Neugierigen, der sich um den Koch gebildet hat. "Woks haben wir auch, ja. Aber die sind nicht so gut geeignet, der Inhalt eines Woks reicht lediglich für vier bis fünf Personen. Meistens werden die nur verwendet, um ein bisschen Show vor dem Gast zu machen." Die Siebtklässler hängen an seinen Lippen und hören aufmerksam zu. Und sie stellen Fragen, ständig reckt einer den Finger in die Höhe. Denn Mathias Häderle ist in die Bibliothek der Otto-Hahn-Schule gekommen, um den Schülern im Rahmen der Jobbörse seinen Beruf zu erklären. Erfahrung bringt er eine Menge mit, er hat schon im Sheraton Hotel und im Tigerpalast gekocht und versorgt nun Nike Deutschland. "Man muss ausgeschlafen sein, die Arbeit ist nicht ganz ungefährlich", fährt er fort. "Am Anfang hat man fast an jedem Finger ein Pflaster kleben - wenn es gut geht." Die Gefahren lauern überall: Heißes Fett, Wasserdampf oder Fett auf dem Boden, das einen leicht ausrutschen lässt. Häderle hat einen Film mitgebracht, den er an die Wand projiziert. Ständig fällt ihm etwas zu den Bildern ein, das er ergänzt. Die Schüler wirken interessiert und schreiben aufmerksam mit. Erstaunlicherweise ist von ihnen kein Mucks zu hören. Zwischendurch stellen sie immer wieder Fragen. Einen solchen Vortrag hat Mathias Häderle noch nie gehalten. Nervös war er, seiner Meinung nach, dennoch nicht. "Schließlich waren alle ruhig." Schade fand er nur, dass er nicht alles erzählen konnte, weil er anschließend noch zur Arbeit musste. "Nächstes Mal möchte ich das auf jeden Fall länger machen." Emanuel (13) ist trotz der Kürze des Vortrags hin und weg. Vor allem die Bilder fand er gut. "Ursprünglich wollte ich ja ein handwerkliches Praktikum machen, aber jetzt kommt auch eins als Koch für mich in Frage." Nur die Geschichte mit den Pflastern hat ihm ein wenig Angst gemacht. Die nächste Fachkraft wartet auch schon: Sandra Heep ist Eventmanagerin und arbeitet bei den Praunheimer Werkstätten. Auch sie wird von ihrem abwechslungsreichen Beruf erzählen. Heep findet: "Das hier ist echt eine tolle Sache. In meiner Schulzeit habe ich mich immer ein wenig allein gelassen gefühlt, was die Berufswelt anging." © 2010 Frankfurter Neue Presse |