Schüler zeigten, dass in Hip-Hop mehr als Tanzen steckt

Projekt von Level 24 und der OHS

Bericht aus der FNP vom 21.03.2009 / Bilder von H. Seuffert

Nieder-Eschbach. Beim Stichwort Hip-Hop denken viele an weite Hosen und laute Musik. Dass dahinter aber eine ganze Kultur steckt, zeigten gestern Schüler der Otto-Hahn-Schule. Die 23 Mädchen und Jungen der Hauptschulklasse 7a präsentierten in einer Abschlussaufführung die Ergebnisse ihres Projektes Hip-Hop - Tanz, Gesang, Graffiti». Acht Wochen lang haben sie sich in drei Gruppen mit den unterschiedlichen Aspekten dieser Jugendkultur beschäftigt, für den Auftritt geprobt und vor allem eines: durchgehalten.

Die Siebtklässler der Otto-Hahn-Schule zeigten, dass Hip-Hop mehr als nur ein bisschen "Getanze" ist. Sie gestalteten auch den Hintergrund mit Graffiti, sangen und zeigten Schritte, die das Lebensgefühl einer Generation beschreiben. Foto: Helmut Seuffert Die Siebtklässler der Otto-Hahn-Schule zeigten, dass Hip-Hop mehr als nur ein bisschen «Getanze» ist. Sie gestalteten auch den Hintergrund mit Graffiti, sangen und zeigten Schritte, die das Lebensgefühl einer Generation beschreiben. Foto: Helmut Seuffert

«Bei dem Projekt ging es in erster Linie darum, am Ball zu bleiben. Die Kinder sollten lernen, sich für eine Sache einzusetzen und sie zu Ende zu bringen», erklärt Klassenlehrerin Yasmin Bergemann. Zusammen mit zwei Sozialpädagoginnen hat sie sich aus gutem Grund für das eher ungewöhnliche Projektthema entschieden: «Hip-Hop ist bei den Kindern nach wie vor beliebt und hat viele Facetten.»

Hip-Hop auf dem Stundenplan - das ist an der Otto-Hahn-Schule durch das Angebot «level 24» möglich. Es entstand in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Verein für Jugendsozialarbeit mit dem Ziel, die Hauptschüler früh für das Berufsleben fit zu machen. Donnerstags ist immer «Praxistag, dann geht's zu Betrieben oder eben für das Hip-Hop-Projekt ins Jugendhaus Am Bügel. Dort hat der Verein für das Projekt richtige Hip-Hop-Profis engagiert: Tänzer, Künstler, Sänger. Sie brachten den Schülern die Graffiti-Kunst, die Tanzform Breakdancing und Beatboxing bei, bei dem man mit dem Mund rhythmische Geräusche erzeugt. All diese Dinge machen Hip-Hop nämlich erst aus.

«Den Auftritt haben die Schülern gemeinsam mit den Betreuern auf die Beine gestellt. Die Graffiti-Künstler haben ein Bühnenbild entworfen, die Gesangs- und Tanzgruppen ein kleines Programm eingeübt», erzählt Yasmin Bergemann. Und damit auch das Publikum etwas vom Lerneffekt hat, gab es von einer Schülerin zwischen den Szenen kurze Infos zu den Hip-Hop-Elementen.

Sichtlich erleichtert waren die Jungen und Mädchen nach dem halbstündigen Auftritt vor ihren Mitschülern. Aber auch motiviert, weiterzumachen: «Mir hat das Sprühen im Graffiti-Workshop großen Spaß gemacht», erzählt Kevin Rau. Der 13-Jährige möchte bei den Betreuern der Gruppe, zwei Künstlern, sogar ein Praktikum machen. jro