Der einzige Kaffeehausgeschichtenerzähler Deutschlands

Jusuf Naoum zu Gast der F5c und G5c in der Schulbibliothek der OHS

Bericht von Anton Neubert G5c

Am Mittwoch, den 11. Februar 2009, besuchten wir in der 5. und 6. Stunde die Bücherei, wo der Schriftsteller Jusuf Naoum seine Bücher vorstellte.

1941 wurde Jusuf Naoum geboren. Sein erstes Buch "Der rote Hahn" schrieb er 1975, also mit 34 Jahren. Nun ist er schon 68. Er schreibt immer einen Monat. Davon jeden Tag fünf Stunden. Dann macht er einen Monat Pause, schreibt wieder usw.. Für 170 Seiten benötigt der Autor bis zu einem Jahr.

Man muss in Deutsch, um Schriftsteller zu werden, keine Eins haben. Aber mindestens eine 3-4 sollte man schon haben. Es kann nicht jeder Schriftsteller werden. Man muss gute Ideen haben und eine große Fantasie. Als Kind war Jusuf kein guter Schüler, aber seine Mutter war eine Super-Geschichten-Erzählerin. Jusuf Naoum reist gerne, denn dabei kommen ihm immer die besten Ideen. Als Jusuf noch selbst in die Schule ging, sollte seine Klasse einmal einen Aufsatz zu einem beliebigen Thema schreiben. Jusuf schrieb über den Tod seines Vaters. Als die Arbeiten zurückgegeben wurden, hatte er eine 1. Weil sein Aufsatz so gut war, wurde er in der Klasse vorgelesen. Die Geschichte war so traurig, dass am Ende die ganze Klasse weinte. Vor 40 Jahren ist Naoum aus dem Libanon nach Deutschland gekommen. Er hat insgesamt schon 10 Bücher veröffentlicht. Eine Geschichte aus einem Buch möchte ich euch jetzt erzählen:

Karakus ist einen Meter groß, zwei Meter breit und seine Nase ist einen Meter lang. Die Leute fragen ihn immer: " Karakus, stört dich denn deine lange Nase nicht?" " Nein," sagt Karakus, "denn wenn ich alt bin, brauch ich keinen Gehstock!!!"

In dem Land, in dem Karakus lebte, gab es einen bösen König. Den König könnte man glatt mit einem Luftballon verwechseln. Sein Kopf war so klein wie eine Walnuss! Die Hände und die Füße waren einen Zentimeter lang. Der König aß nur Grillchicken von morgens bis abends. Irgendwann konnte er nicht mehr die Menschensprache sprechen, sondern nur noch die Hühnersprache. Wenn keine Hühner mehr im Palast waren, stahlen seine Soldaten von den Bauern alle Hühner. Natürlich waren die Bauern sehr sauer darüber, und wollten, dass der König getötet wird. Sie beschlossen, Karakus solle den König töten!!

Karakus sagte sich, ich bin kein Mörder, aber ich werde euch helfen. Er ging zum Strand und ruderte zu einer Insel. Auf der Insel waren 100 Riesenwasserschildkröten. Er sagte zu den Schildkröten: "Folgt mir!" Auf dem Weg zum Schloss legte er Salatblätter aus. Um Mitternacht steckte Karakus auf jede Schildkröte eine brennende Kerze. Diese gingen in Reih und Glied zum Schloss, das von 20 Soldaten bewacht wurde. Als die Soldaten den Zug aus Schildkröten sahen, dachten sie, jemand wollte sie angreifen mit riesigen Panzern. Die Soldaten machten sich vor Angst fast in die Hose, ließen die Waffen fallen und rannten weg. Das war Karakus nur recht. Karakus ging in den Keller und holte alles Essbare, Fleisch, Käse, auch Hühner und Salat. Das gab er den Bauern zurück. Diese feierten sieben Tage und Nächte. Sie riefen: "Karakus du bist unser König! Karakus du bist unser König! Karakus du bist unser König!" Aber Karakus wollte gar kein König sein, sondern ein Spaßmacher.

Nach einem Monat bemerkte der König, dass Karakus ihn beraubt hatte. Er sagte: "Karakus muss bestraft werden." Karakus wurde in den Kerker geworfen. 40 Tage und Nächte verbrachte er dort, bis ein Minister kam und zu ihm sprach: "Karakus, unser König hat noch nie in seinem Leben gelacht. Wenn du es schaffst, ihn zum Lachen zu bringen, wirst du mit Säcken voll Gold beschenkt. Sollte es dir nicht gelingen, wirst du erhängt."

Sogleich baute Karakus im großen Saal des Schlosses eine Bühne mit einem Bett auf. Als viele Gäste zum Schloss kamen, wurde der König neugierig und ging den anderen nach. Karakus holte sich einen Esel auf die Bühne und gab ihm eine Feder. Der Esel sollte ihn damit an den Füßen kitzeln. Alle Leute im Saal lachten, außer einem. Das war der König. Nun legte sich der Esel in das Bett und dieses Mal kitzelte Karakus das Tier an den Hufen. Dieses wieherte vergnügt und alle Gäste konnten sich vor Lachen kaum auf ihren Stühlen halten. Außer einem - das war der König. Karakus schaute auf die Uhr und dachte, dass ihm nicht mehr viel Zeit bliebe, um den König zum Lachen zu bringen. Endlich kam ihm die rettende Idee. Er bat den König auf die Bühne zu kommen, die Schuhe auszuziehen und sich auf das Bett zu legen. Karakus kitzelte ihn mit der Feder an den Füßen, am Bauch, an Händen und Ohren. Was denkt ihr? Lachte der König? Nein, er lachte nicht. Karakus kitzelte ihn nun leicht an der Nase, worauf der König endlich lachte. Und weil alle dies so lustig fanden, kitzelte er ihn noch ein bisschen weiter.

Das ist das Ende der vorgestellten Geschichte. Mir hat es spitzenmäßig gefallen. Jusuf Naoum hat zwei weitere Geschichten vorgestellt, aber wenn ich von diesen jetzt noch berichte, könnte ich gleich selbst ein ganzes Buch schreiben. Mir haben alle drei Geschichten super gut gefallen (5 Sterne ). Ich kann nur empfehlen die Bücher zu kaufen!! Noch nie hat mir ein Buch so gut gefallen!!! Ach so, man kann den Autor durch Briefe erreichen. Natürlich auch anders. Er freut sich aber sehr, wenn man ihm schreibt.