Teilnehmerberichte über den Europatag 2008 an der OHSEuropaabgeordnete Dr. U. Bullmann und D. Cohn-Bendit zu Besuch1. Besuch und Rede des Europa-Abgeordneten der SPD Dr. Uwe Bullmann(Aline Wiederspahn) Am 09.05.08 fand in der Otto-Hahn-Schule in Frankfurt am Main ein politisch-wirtschaftlich orientiertes Projekt statt, namens "Europa-Tag", welches sich mit dem Aufbau der Europäischen Union, ihren Institutionen und den Aufgaben eines EU-Politikers beschäftigte. Eingeladen war unter anderem der Europa-Abgeordnete Dr. Uwe Bullmann, der den Schülern und Schülerinnen der zwölften sowie dreizehnten Klassen etwas über die Arbeit eines Politikers der EU erzählte.
Anfangs beschäftigte sich unser Besuch mit den zwei europäischen Kerngedanken. Der erste Kerngedanke, der die Wurzeln der Europäischen Union zum Gegenstand hatte, ging zu den Anfängen der EU zurück, zur Montanunion. Am 09.05.1950 hielt Robert Schuhmann eine Rede, in der er eine Einigung gemeinsamer und ähnlicher Interessen im Bereich der Wirtschaft verlangte, um - in Gedanken beim 1. und 2. Weltkrieg - den Frieden in Europa zu sichern. Die teilnehmenden Mitgliedsländer an dieser Gemeinschaft sollten von einander abhängig sein, so würde die Möglichkeit eines Angriffs auf eine der Nationen minimiert. Zuerst sollte jedoch nur eine wirtschaftliche Verflechtung in der Branche der Stahl- und Schwerindustrie stattfinden. Die Europäische Union begann also mit dem Gedanken an Frieden und der Vereinigung gemeinsamer Interessen. Bei dem zweiten Kerngedanken, was die Zukunft für die EU bringen würde, ging es um die Notwendigkeit eines Staatenverbundes. Eine solche Einigung Europas sei aber nur durch eine große Integration möglich, welche sich langwierig gestalten solle, jedoch auch große Vorteile für die Mitgliedsländer bringen würde. Beispielsweise könne Europa als Staatenverbund zu einer Weltmacht reifen und somit ein Gegengewicht zu den USA werden. Europa und die EU sind demnach auf dem Wege noch tiefgreifender in die Weltgeschehnisse einzugreifen und somit ihre selbst auferlegte Aufgabe "Frieden zu stiften" auf die gesamte Welt auszubreiten.
Nachdem Dr. Uwe Bullmann die zwei Kerngedanken der EU auf verständliche Weise erläutert hatte, durften die Schüler ihm einige Fragen zum Thema Europa und EU stellen, wie z.B. zum Türkei-Beitritt, der europäischen Klima-Politik oder der Subventionierung von Lebensmitteln. 2. Text zum Vortrag von Herrn Dr. Bullmann(Matthias Schulik und David Krzyska) Am Freitag, den 9.5.08 war der Europatag, wo zwei Europaabgeordnete zu Besuch an unsere Schule kamen. Einer davon war Herr Dr. Bullmann, der etwas über die Arbeit als Europaabgeordneter erzählte. Dabei kam heraus, dass ein Abgeordneter sehr viel zwischen den beiden Städten Brüssel und Straßburg reisen muss, denn dort sind die Sitze der Europaabgeordneten. Er sieht Europa zwischen einen Bundesstaat und einen Staatenbund aufgestellt und behauptet, dass praktisch die ganze Welt von Latein-amerika bis Asien ganz auf den Erfolg des Systems von Europa hofft . Viele Länder würden der EU gerne beitreten, doch die strengen EU-Richtlinien lassen dies nicht zu. Ein gutes Beispiel dafür ist zweifellos die Türkei, die schon seit einigen Jahren drängt, der EU beitreten zu dürfen. Doch zählen in diesem Land die Menschenrechte nicht so viel, wie es für den Beitritt der EU vorgeschrieben ist. Am Ende des Vortrages durften die Schüler noch Fragen zu diesen Themen stellen, die Herr Dr. Bullmann mehr als ausführlich beantwortete. 3. Besuch des Europaabgeordneten Daniel Cohn Bendit(Philipp Wacker) Im Vorblick auf den zweiten Gast, den die Otto-Hahn-Schule im Zuge des Europatages begrüßen durfte, wurde sich mit einer kurzen Lebensgeschichte und Ausschnitten aus einem Interview auf Daniel Cohn-Bendit vorbereitet. Der Vortrag einer Mitschülerin gewährte einen kleinen Einblick über den ungewöhnlichen Werdegang von einem revolutionären Studentenführer zum Europaabgeordneten.
Trotz der im Interview geäußerten Abneigung immer wieder das alte 68'er-Thema aufzurollen, kam Cohn-Bendit gleich nach seinem Eintreffen auf seinen Lebenslauf zu sprechen. Interessierte Fragen bewegten den Parlamentarier dazu noch detaillierter über seinen Weg in die EU zu sprechen. Als der Vortrag sich dann doch näher an die Rolle der EU tastete, die ja Dr. Bullman zuvor schon außerordentlich verständlich gemacht hatte, trat ganz klar das Thema der `Integration` in den Vordergrund. Über den `Türkei-Beitritt' und die `Kopftuch-Debatte` wusste Cohn-Bendit erneut einiges aus seiner eigenen Lebenserfahrung mit Immigranten zu erzählen. Als sich auch das zweite Hauptthema dem Ende näherte, waren der Audienz viele weitere Einblicke in die EU sowie die Einstellung Cohn-Bendits gegeben, dass man z.B. Konflikte immer friedlich lösen sollte und die multikulturelle Zusammenarbeit für das Funktionieren der EU unabdinglich ist. Da Herr Cohn-Bendit ein viel beschäftigter Mann zu sein scheint, hat man kaum mitbekommen, wie schnell er zu weiteren Terminen abreiste. Angeführt von den Politik- und Wirtschaftslehrkräften wurde der Morgen noch einmal reflektiert. In einer Pause konnten sich alle Schüler über die Eindrücke des Tages oder ganz andere belanglose Dinge unterhalten, bevor zum Abschluss ein kleines EU-Quiz veranstaltet wurde, in dem 3 Schülerinnen souverän mit voller Punktzahl gewannen. Der Europatag scheint also angekommen zu sein. 4. Dany le RougeDer 1945, kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges in, Frankreich, als Sohn jüdischer Eltern geborene Daniel Cohn-Bendit, gehörte in Paris wie in Frankfurt zu den Wortführern der 68er-Revolte. Später fand er eine politische Heimat bei den Grünen in Frankfurt. Dort übernahm er als ehrenamtlicher Stadtrat das Amt für multikulturelle Angelegenheiten. Als begeisterter EU-Abgeordneter erklärte er sich gerne bereit, am Europatag 2008 mit den Schülern der Jahrgangsstufe 12/13 ins Gespräch zu kommen und den engagierten Fragen der Schüler Rede und Antwort zu stehen. Fragen zu seiner politischen Entwicklung, mit dem Hintergrund der 68er Bewegung und der daraus folgenden Sicht der Dinge, beantwortete er auf eine erfrischende und informative Weise. Er berichtete über seinen Alltag als EU-Abgeordneter und seine oft stressigen , aber auch interessanten Reisen zwischen Straßburg und Brüssel, sowie seinem Wahlkreis in Frankfurt. Er erzählte uns etwas über die verschiedenen Institutionen der Europäischen Union, wie sie arbeiten und was für Probleme sie bergen, z.B. das Demokratie-Defizit. Cohn-Bendit ist ein durchdrungener EU-"Patriot", dem viel an dem "Projekt" Europa liegt und somit versuchte er den Funken zu entfachen, der die Herzen der Schüler für die europäische Idee zu entflammen vermag. Er machte klar, dass die Vorteile der EU die Nachteile aufwiegen und dass die Europäer nur in Einheit als starkes Gewicht in der Welt auftreten können, zumal die Europäische Union für andere Länder als Vorzeigemodell dient. Dem Beitritt der Türkei sieht Cohn-Bendit mit Wohlwollen entgegen, allerdings müsse die Türkei noch einige Hürden überwinden, um allen Anforderungen gerecht zu werden. ![]() Danach redeten wir über die politische Lage in Hessen, speziell über die Schulpolitik. Als nicht gerade feuriger Anhänger Roland Kochs findet Cohn-Bendit G8 gut gedacht, aber schlecht gemacht. Der Besuch Cohn-Bendits war informativ und zugleich interessant und eine Hilfe für uns Schüler, unsere Sicht auf die europäische Ebene zu heben. |