Lernen im Licht

Nach zwei Jahren Umbau erstrahlt OHS in knalligen Farben

VON SANDRA BUSCH:

Nieder-Eschbach FR Früher, da haben die Otto-Hahn-Schüler ohne Tageslicht gelernt. Und früher, das ist gar nicht so lange her. Etwas mehr als zwei Jahre. Da saßen die Gesamtschüler in Nieder-Eschbach teilweise in Klassenräumen ohne Fenster, schlurften durch lange düstere Gänge. Doch die Zeiten ohne Sonnenschein im Gebäude sind jetzt vorbei. "Luft und Licht sind nun bei uns eingezogen", freut sich Schulleiter Stefan Schmidt.

Denn in den vergangenen zwei Jahren wurden zwei Drittel des Gebäudekomplexes saniert und modernisiert, entlang der Flure sind dabei drei Innenhöfe entstanden: Licht kann so in alle Klassen und Korridore fallen. Auch die karge Sichtbeton-Architektur aus den 70er Jahren hat Farbe bekommen: Die Fassade ist mit Glasscheiben in Frühlingsgrün, Sonnengelb und Knallorange verkleidet. "Peppig" findet der Schulleiter die Farbgebung, "und einer Schule angemessen".

Auch Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU), die zur Eröffnungsfeier am Dienstagmittag gekommen ist, gefällt der neue Antlitz der Gesamtschule. "Da sieht man, wie schön Sichtbeton werden kann, wenn er einen Anstrich bekommt." Denn Farbe an den Wänden vermittele gleich Wärme und Geborgenheit. "Schulräume sind schließlich ein Teil des familiären Umfelds", sagt Petra Roth in der ebenfalls neu gestalteten Aula, "und sollten daher Gemütlichkeit und Wohlbefinden widerspiegeln".

Doch ursprünglich waren gar nicht Farbe und Licht Grund für die Sanierung der Otto-Hahn-Schule: Brandschutzauflagen mussten erfüllt werden, machten eine Entkernung des Hauptgebäudes unumgänglich. Glück im Unglück für die Schule: In diesem Zuge konnte nicht nur die Raumsituation der Schule verbessert werden, sie bekam auch einen Erweiterungsbau mit einer Cafeteria und die Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht wurden auf dem neuesten Stand gebracht.

Auch PC- und Beamer-Anschlüsse gibt es nun in den Unterrichtsräumen - für die aber noch die Geräte fehlen. "Das ist ein Mangel", sagt Schmidt. "10,1 Millionen haben Sanierung und Erweiterung gekostet - aber diese letzten 50 000 Euro fehlen, um alles komplett zu machen."

Bereits vor drei Wochen sind die 920 Schüler und 80 Lehrer ins neue Schulhaus gezogen. Mitte Mai will dann auch die Stadtteilbibliothek ihre Räume dort wieder eröffnen: Sie hatte schon vor dem Umbau ihren Sitz in der Schule und Schmidt ist "froh, dass es dabei geblieben ist". So seien die Schulbücherei und die Stadtbibliothek weiterhin unter einem Dach vereint.

Vorbei sind hingegen die Zeiten in Containern, dem Ausweichquartier während der Bauarbeiten. "Das war eine sehr beengte und laute Zeit für uns", blickt Schmidt zurück. "Doch alle haben gut durchgehalten." Vielleicht müssen sie das aber alle nochmal. Denn das restliche Drittel des Schulgeländes muss auch noch saniert werden."Doch jetzt brauchen wir erstmal eine Atempause", sagt Schmidt. Um Luft und Licht in Ruhe genießen zu können.

[ document info ] Copyright © FR-online.de 2008 Dokument erstellt am 29.04.2008 um 20:40:02 Uhr Letzte Änderung am 29.04.2008 um 21:23:36 Uhr Erscheinungsdatum 30.04.2008