30.04.2008 / Das ist die neue Otto-Hahn-SchuleNieder-Eschbach.FNP Im Innenhof der Otto-Hahn-Schule, neben der Aula, wird der Unterschied schnell deutlich. Links die matte Sichtbeton-Fassade aus den 70er Jahren. Ohne Fenster und nur im Erdgeschoss mit ein bisschen grüner Farbe übermalt. Rechts hingegen ist der Beton frisch in hellem Grau gestrichen, flutet das Licht durch bodentiefe Fenster mit Holzrahmen in die Pausenhalle, verschönern farbige Blenden das Gebäude. In zweieinhalb Jahren wurde aber nicht nur alles bunter: Rund zwei Drittel des alten Schulgebäudes wurden für elf Millionen Euro kernsaniert. Oberbürgermeisterin Roth, die mal in der angrenzenden Dalienstraße wohnte, ließ es sich nicht nehmen, selbst zur Einweihung der modernisierten Gebäudeteile zu kommen. Mit dem Bau der zweiten Turnhalle vor fünf Jahren sowie der Cafeteria und 13 zusätzlichen Klassenräumen vor vier Jahren hat die Stadt nun 18 Millionen Euro an der Nieder-Eschbacher Otto-Hahn-Schule verbaut. Denn noch sind einige Kleinigkeiten zu erledigen, aber das stört Schulleiter Stefan Schmidt nicht. Selbst während der Eröffnungsfeier verlegten gestern Arbeiter auf einer Terrasse hinter der Aula neuen Holzfußboden. Dort befindet sich einer von drei neuen Lichthöfen. "Hier gab es vorher Klassenräume ohne Tageslicht. Heute wäre so etwas undenkbar", so Schmidt. Also wurden die Decke aufgebrochen. Im Obergeschoss entstanden zwei kleine Lichthöfe. Der dritte reicht bis ins Erdgeschoss. Während unten kleine Pflanzen wachsen vor den Bänken wachsen, verläuft oben ringsum besagte Terrasse. Die Fassade ist mit gelb-grünem Glas verkleidet. Schon vor der Eingemeindung Nieder-Eschbachs sei die Hahn-Schule eine Vorzeigeschule gewesen, erinnert sich Frau Roth. Aber: "Es war die Zeit des Sichtbetons. Heute wissen wir, dass diese Bauweise nicht angenommen wurde." An der Hahn-Schule zeige sich, wie schön Sichtbeton mit etwas Farbe werden könne. Farbe vermittle Wärme. Gerade in einer Schule seien Wohlfühlen und Behaglichkeit wichtig. Eine Überprüfung ergab 1998, dass die Schule brandschutztechnisch sanierungsbedürftig sei. "Wände, Zwischendecken, Leitungen, alles wurde nun herausgerissen. Nur die Gebäudesubstanz blieb erhalten", erzählt Schmidt. Zusätzliche Flure und Fluchtwege entstanden. Größere Fenster sorgten für mehr Licht. Die Aula erhielt eine größere Bühne. Vollständig erneuert wurden die naturwissenschaftlichen Räume. Für den Biologie- und Chemieunterricht entstanden zwei große, abgestufte Hörsäle. Biologie und Physik haben neue Übungs- und Sammlungsräume. Zusätzlich entstanden Projekträume. Neu gestaltet wurden 23 Klassenräume und das Lehrerzimmer. Alle Klassen haben Internetzugang und Beameranschlüsse - nur für Geräte fehlte bislang das Geld. Für Frankfurt einmalig sei das Nebeneinander von Schulbibliothek und Stadtbücherei, sagt Schmidt. Hier gehen die Fenster nun bis zum Boden. Eine Glaswand trennt die beiden Bibliotheken. "Die Stadtbücherei wurde schon früher von den Schülern intensiv genutzt. Ich denke, das wird wieder so sein", freut sich Lehrerin Yasmin Bergemann. Mitte Mai soll die Bibliothek wieder öffnen können. (hau) |