Otto-Hahn-Schule-Fachbereich Gesellschaftswissenschaften
Erfahrungsbericht zum Projekttag "Der 9. November"
Barbara Daniel, Friederike Wittig-Salmen
Der vom Fachbereich II vorgeschlagene und von der
Gesamtkonferenz beschlossene Projekttag " Der 9. November"
betraf die 9. und 10. Klassen aller Schulformen.
Es gab für die Schüler und Schülerinnen Erst-, Zweit-
und Drittwahlmöglichkeiten unter 10 Projekten (siehe
Einwahlbogen), die den 9. November 1918, den 9. November 1938 und
damit im Zusammenhang jüdisches Leben in Frankfurt vor,
während und nach der NS-Zeit und schließlich den Fall der
Mauer behandelten.
Bis auf zwei fanden alle Projekte auch an außerschulischen
Lernorten, Archive, Museen und der Anne-Frank-
Jugendbegegnungstätte statt.
Im Erfahrungsaustausch der beteiligten Lehrer und Lehrerinnen am
wurden fast einstimmig positive Beurteilungen ausgesprochen
- zur Motivation der Schüler und Schülerinnen,
- zur Mischung der Schüler und Schülerinnen,
- zum außerschulischen Lernort mit einer Ausnahme ( eine
Führung erwies sich als langatmig und unflexibel),
- zur freien Gestaltung von Materialien und Zeiteinteilung,
- ganz besonders hervorgehoben wurde: im Zweier- Team mit den
Schülern und Schülerinnen arbeiten zu können!
Problematisch bleibt die arbeitsaufwändige Vorbereitung des
Projekttages, Organisation, Themensammlung, Einwahl und
Auszählung.
Auf dem Hintergrund dieser positiven Erfahrungen freuen wir uns auf
den Projekttag im nächsten Schuljahr. Die Fachkonferenz wird
über das zukünftige Thema noch entscheiden.
Beschreibung der Projekte, die allen Schülern zur Auswahl
standen.
- Die Novemberrevolution von 1918
Meuterei der Matrosen in Kiel, der Kaiser in Berlin muss abdanken,
die Republik wird ausgerufen - und was war in Frankfurt los? Wir
sichten im Stadtarchiv Originaldokumente, Tagebücher, alte
Zeitungen und Fotos und lassen die revolutionären Ereignisse
von 1918 wieder aufleben.
- "Arbeiter und Soldaten … Das Alte und
Morsche ist zusammengebrochen! Es lebe das Neue! Es lebe die
Deutsche Republik!"
Wie wird sie sein, diese neue Republik, die am 9. November 1918
gegen 14 Uhr ausgerufen wird? Und was wird sie den Frauen bringen,
bricht auch eine neue Zeit an? Das Projekt beschäftigt sich
mit den bedeutenden Veränderungen durch die Verfassung der
Weima-rer Republik, stellt die Frauen in den Mittelpunkt, auch in
Frankfurt (Arbeit im historischen Museum), unter Einbeziehung von
Musik, Mode, Film und was sonst noch kommt.
- Jüdische Jugend heute in Deutschland
Nach einer kurzen Einführung in die Ereignisse der
"Reichspogromnacht" am 9. November 1938 wollen wir mit
Euch untersuchen, wie heute jüdische Jugendliche in
Deutschland leben und einen Einblick in die jüdische Kultur
und Religion bekommen Ort der Veranstaltung ist zunächst die
Otto-Hahn-Schule und dann das Museum Judengasse in Frankfurt. Dort
erwartet uns die Ausstellung Jüdische Jugend heute in
Deutschland und wir werden dazu eine interessante Führung
bekommen. Geplant ist außerdem ein Workshop, in dem Ihr mit
jun-gen deutschen Jüdinnen und Juden ins Gespräch kommen
könnt.
- Jüdische Schülerinnen und Schüler in
Frankfurt zur Zeit des Nationalsozialismus
Wie sah Ihr Leben vor der Deportation aus? Was wissen wir
über ihr Schicksal? In einem Workshop im Museum in der
Judengasse gehen wir gemeinsam diesen Fragen nach, die
SchülerInnen recherchieren in Datenbanken des Museums.
- Jüdischer Alltag - Jüdische Feste und
Feiertage
Warum begann am 23. September bereits das Jahr 5763? Warum
zünden Juden im Dezember nicht vier, sondern acht Lichter an?
Warum darf man am Samstag nicht arbeiten? Was unterscheidet die
Synagoge von der Kirche und der Moschee? Diese und andere Fragen
sind die Themen der Führung durch das Jüdische Museum im
Rothschild-palais.
- Frankfurt und die Juden
Viele bekannte Einrichtungen der Stadt sind unter starker
Beteiligung von Frankfurter Juden ent-standen. Beispiele sind die
Universität, aber auch Fußballvereine wie die Eintracht
Frankfurt und der FSV Frankfurt. Wie die Frankfurter Juden die
Entwicklung der Stadt geprägt haben, ist das Thema der
Führung durch die Ausstellung des Jüdischen Museum im
Rothschildpalais.
- Das Frankfurter Ostend - Blick in ein jüdisches
Viertel
Der Luftschutzbunker an der Friedberger Anlage wurde an der Stelle
der größten Frankfurter Syn-agoge errichtet, die 1938
von den Nationalsozialisten zerstört wurde. Im Bunker ist
heute eine Aus-stellung Ostend - Blick in ein jüdisches
Viertel zu sehen. Die Führung beschäftigt sich mit der
Ge-schichte des Frankfurter Viertels, das am stärksten durch
jüdische Bewohner und Einrichtungen ge-prägt wurde.
- Anne Frank - ein Mädchen aus Frankfurt
Workshop in der Anne-Frank-Begegnungsstätte.
- DDR, was war das eigentlich für ein
Staat?
Am Jahrestag des Mauerfalls wollen wir, ausgehend von den letzten
Wochen der DDR, noch einmal zurückschauen: Wie hat vor allem
die Jugend dort gelebt, wie sah ihr Schulalltag aus, wie ihre
Freizeit, welche Musik hat sie gehört, wogegen hat sie
protestiert? Film- und Musikmaterial sollen uns einen Einblick
verschaffen, vielleicht hilft uns auch ein Zeitzeuge.
- Kritische Kunst in der BRD und der DDR
Wir beschäftigen uns mit kritischer Kunst im geteilten
Deutschland, zeichnen und bauen selbst Kunstwerke aus West- und
Ostdeutschland nach. Anschließend wollen wir eine
Mauerausstellung machen.
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